Im Kalender markieren: 2. April

•Februar 7, 2010 • Hinterlasse einen Kommentar

Packt die Partyhüte aus (oder weg?), stellt den Booze kalt, schlaft schon einmal vor: am 2. April um 16:00 werde ich am Flughafen Zürich landen und erwarte eine Sause über das lange Wochenende!

So sehr es mir auch das Herz bricht, Tokyo (vorübergehend) hinter mir zu lassen, freue ich mich doch sehr auf euch alle, auf die Rainbow Factory und Dinge, die ich nie zu vermissen glaubte: wie Brot und Rivella und Stocki und Ovoriegel! Wundert euch nur nicht, wenn ich all das mit Stäbchen zu essen versuche…

Schnee!

•Februar 1, 2010 • Hinterlasse einen Kommentar

Es schneit in Tokyo!
Ja, ich weiss, das beeindruckt euch wenig, mich aber schon!

Ihr wollt einen (verwackelten) Beweis (schlechter Qualität)?

Auch sonst war heute ein spezieller Tag Abend. Ich war essen mit einem SAP-/Finanzspezialisten aus Indien, der nun die Finanzen in Jakarta (!) führt, dem Managing Director Japans und dem Area Head of Operations Südostasien (der dich übrigens lieb grüssen lässt, Papi). Und immer wieder muss ich mich kurz kneifen.
Was habe ich mir die letzten zehn Jahre leid getan, dass ich so viele saure Äpfel nicht nur anbeissen, sondern ganz und gar verspeisen musste. Und wie kann ich jemals noch leugnen, dass es so etwas wie Karma gibt, das mich nun in den 51. Stock des Mori Towers in Roppongi Hills gebracht hat, wo ich unter solch brillianten Menschen sitzen und edel speisen darf.

Wie es weitergeht, weiss der Himmel. Heute wurden einige Sachen gesagt; wir werden sehen, ob es Scherze waren. Auf jeden Fall habe ich den Fuss in einer ganz besonderen Tür und ob sich das heute oder morgen oder in zwei Jahren auszahlt, ist mir schlussendlich egal.

Ich nehme sowohl Schnee als auch den Launch zu meiner zukünftigen Karriere zum Anlass für etwas kulturellen Einblick in Japan an euch alle. Hier der ‘Snow Song’ von Misia:

(das mag kein klassisches japanisches Kulturgut sein, passt aber ungemein!)

Wochenrückblick

•Januar 30, 2010 • Hinterlasse einen Kommentar

Kinder! Wie die Zeit vergeht! Hier also eine kurze Zusammenfassung meiner Woche:

Über Montag wisst ihr schon viel zu gut Bescheid.
Am Dienstag gingen wir in ein nettes Yakitorirestaurant und führten sehr seltsame Gespräche über japanischen Tentakelporno (wer’s nicht weiss fragt besser nicht nach!). Danach tranken wir in einer überteuerten belgischen Bierbar ein überteuertes belgisches Bier, während ich in Erinnerungen an den Sommer 1999 schwelgte.
Am Mittwoch durften wir den zukünftigen Stern am Independenfilmhimmel kennenlernen, dessen Eindruck jedoch vom leckeren Sashimi und riesengrossen Spargeln weit übertroffen wurde.
Am Donnerstag zog ich mit Oliver, Anthony und Shinobu durch die Büronachbarschaft, während Anthony uns über die Trink- und Ehegewohnheiten der Bretagne aufklärte (‘My grandmother would have to pick my grandfather up from the bar with a wheelbarrow’) und weiterhin fest behauptete, die Schwangerschaft seiner Verlobten sei beabsichtigt gewesen (Note to self: bald mal sollte ich einen Beitrag der japanische Einstellung zur Verhütung widmen!). Ausserdem wurde mir die (zweifelhafte) Ehre zuteil, zum ‘deputy manager of ocean freight’ ernannt zu werden. Was mir das bringt werde ich eventuell später noch zur Sprache bringen.
Gestern Abend war Rum-and-Coke-night mit dem nach sechs Wochen Australien zurückgekehrten Tim und der üblichen Rasselbande, wobei ich es so übertrieben habe, dass mich ein spektakulärer Alptraum von mehr als vier Stunden Schlaf abhielt.
Nach ebenjenen läppischen paar Stündchen musste ich mich beschäftigen und zog deshalb zum 100 Yen Laden um Bastelzeug zu besorgen und danach – wenn man schon einmal unterwegs ist – schlich ich noch durch den Secondhand Bücherladen. Bilder meiner Bastelerfolge werde ich noch nachreichen.

Heute Abend haben wir auch irgendetwas vor, aber mir fällt gerade beim besten Willen nicht mehr ein, was das ist. Ich muss auf jeden Fall um acht irgendwo sein, das werd ich dann wohl einfach mal machen und mich überraschen lassen…

Artsy

•Januar 27, 2010 • Hinterlasse einen Kommentar

Ich habe lange nicht gelästert, also darf ich auch wieder einmal…
Gerade weil ich mich nur zu gerne mit kreativen Menschen umgebe – und diesbezüglich auch wirklich gesegnet bin und oft von der Inspiration der Arts,  Stefans und Marcels dieser Welt profitiere – bin ich wohl etwas versnobt und zynisch geworden.

Eigentlich war ich aufgeregt vorfreudig auf heute Abend, kündigte doch Sakurakos Freund L. seinen Cousin A. aus Italien an, der extra angereist war, um hier einen Independentfilm zu drehen. Da erwartete ich frische Geschichten, neue Ideen, spektakuläre Visionen. Oh, bittere, bittere Enttäuschung!

Da kam dieser kleine, ach-so-künstlerische Mann angeschlurft – praktisch im italienischen Gegenstück zum Poncho und dem Baskenhut – und zeigte uns seine Bilder, welche allesamt halb Gyger halb Dali nacheiferten und möglichst schlüpfrig zu sein versuchten und berichtete uns von seinem Film, in welchem ein junger Mann und seine junge Frau in Tokyo… und Drogen… und Yakuza, aus Versehen… gäääääähn!

Das Tragische dabei: alle waren sie voll fasziniert. Ja, der Künstler! Wahnsinn, so eine kreative Seele!
Ich nenne jemanden kreativ, wenn er andere Ideen halt als Andere vor ihm.
Macht mich das zu einem schlechten Menschen?
Mirischgliich!

Aber der Fisch, Leute, der war echt genial!

p.s. bei diesem Thema fällt mir plötzlich dieses Lied wieder ein. DAS finde ich ja furchtbar kreativ! (Das Video an sich kann man übrigens grosszügig ignorieren. Ist nämlich weder original, noch originell!)

Ein Tag im Leben…

•Januar 25, 2010 • Hinterlasse einen Kommentar

Der Wecker klingelt montags ganz besonders unerbittlich. Es ist erstaunlich, wie schnell  man sich an diese besonderen Arbeitszeiten gewöhnt; früher war sie noch um halb Acht im Büro, heute findet sie es unerträglich, dann aufstehen zu müssen. Die mannsgrosse Anhäufung Decke neben ihr murmelt etwas Schadenfreudiges. Für einen kurzen, neidischen Moment hasst sie ihn.

Sie stolpert ins Bad, besinnt sich, stellt den Boiler auf ‘brühend heiss’ und nimmt eine ebensolche Dusche, wie üblich den ganzen Badezimmerboden überschwemmend. Nicht, weil es ihr egal ist, sondern weil es nicht anders geht. Im Kühlschrank steht ein kalter Kaffee, eine lokale Unart, die sie sich längst angewöhnt hat. Sie setzt sich auf das Bett, während sie ihn trinkt und lässt, leise genug um den schadenfreudigen Deckenhaufen nicht zu wecken, aufmunternde Musik laufen.

Den beigen Mantel fest zugeknöpft – 6 Grad als bitterkalt zu empfinden ist wohl auch eine Gewohnheitssache – die Kopfhörer des iPod fest in den Ohren, geht sie festen Schrittes die zehn Minuten ins Büro, mit einem kleinen Zwischenstop bei Tully’s, wo sie die Bestellung (eines heissen Kaffees!) nicht einmal mehr sagen muss.

Auf ihrem Schreibtisch häufen sich die Dossiers, die geprüft werden müssen. Im Outlook sind einige verstörende Nachrichten, auf die reagiert werden muss. Ein Meeting steht an um elf, welches die grundsätzlichen Fragen der Luftfracht zu klären versucht, was wie üblich durch die Diskussion völliger Banalitäten vereitelt wird. Um halb eins geht es mit Sakurako zum Inder für köstliches Curry und die tatsächliche Klärung der eben verpassten Grundsätze.

Der Nachmittag beginnt, wie immer Montags, mit einer IT-Sitzung, während welcher sie sich über gewisse Teilnehmer aufregt, welche nach halbstündigen Erklärungen immer wieder die gleich am Anfang geklärten Fragen noch einmal stellen. Danach geht es einmal kurz um den Block mit dem Managing Director, rauchend, informell den Status des Projektes austauschend. Meeting Minutes schreiben und veröffentlichen. Eine kurze Tour durch das sechste Stockwerk, quasi der Produktionswerkstätte, wo jeder sein Leid zu klagen vermag und sie gleich noch ein paar Aufgaben mitnehmen kann.

Nach ein paar kurzen Sehnsuchtsanrufen in der Schweiz, widmet sie sich den eben gefassten Aufgaben, den restlichen Aufräumarbeiten und der Aufstellung von Meetings für den nächsten Tag. Um sieben werden die Sachen gepackt, einige Arbeitsfreunde aufgescheucht und durch die Gassen hinter dem Büro geschleift, wo man in gemütlichem Rahmen einige Bier und japanische Köstlichkeiten verschlingt, bevor sie sich, hoffentlich bevor gewisse Leute über die Mentalität von Delfinen zu reden beginnen, nach Hause begibt.

Der Deckenhaufen ist bei der Arbeit, hinterliess aber ein feinsäuberlich gemachtes Bett mit auf das Kissen gesetzten williamsgefüllten Schokolädchen (wohl aber nur, weil das die einzigen aus der Liquer Selectionspackung sind, die er nicht mag). Sie setzt sich im Schneidersitz auf das Bett von den Computer, arbeitet noch etwas an ihren Plänen für das Luftfrachtsystem, während im Hintergrund gemütlich die Musik plätschert.

Ein Tag im Park

•Januar 24, 2010 • Hinterlasse einen Kommentar

Nachdem ich dieses Wochenende ‘home sweet home’-seufzend zu Hause verbracht habe – von einigen Ausflügen in Bars für ein paar Drinks abgesehen – zwang ich mich heute, den T eufelskreis der Faulheit zu durchbrechen und das schöne Wetter für ein paar gute Bilder zu nutzen.

Neues aus Japan

•Januar 21, 2010 • Hinterlasse einen Kommentar

- Das dürfte wohl alle Freitagabendausartungen erklären

- Die Ganze JAL-Geschichte erinnert mich an einen Oktobertag vor neun Jahren, dem wohl anstrengendsten, aufregendsten Tag meiner Luftfrachtkarriere

- Am Sonntag wird Frau Kleine in Tokyo ankommen. Wer Frau Kleine ist? Guckstu! Ich glaube, sowas werd ich auch machen wenn ich dereinst reich und/oder pensioniert bin.

- Ach, süsse Kindheitserinnerungen kommen auf

- Japan geht es schlecht. Nebst der JAL, welche eine der grössten Firmenpleiten in der Geschichte des Landes darstellt, sinkt die Wirtschaft durch Verbrauchermisstrauen langsam aber sicher ins Bodenlose. Die Chinesen freut’s.

Tokyo People

•Januar 21, 2010 • Hinterlasse einen Kommentar

Nach einer Woche Osaka bin ich vom Heimweh geplagt!

Who likes short shorts?

•Januar 20, 2010 • Hinterlasse einen Kommentar

Immer wieder stolpere ich über Geschichten, Bücher und Anderes, welche mich gleichzeitig motivieren, die Feder wieder einmal aufzunehmen, wie sich mich auch entmutigen und an meinem Talent mit derselben zweifeln lassen. Meist passiert dies wegen Genies wie Kafka, Cicero oder Terry Pratchett. Manchmal sind es auch die schlicht grossartigen Mails meiner talentierten Mutter (Hi mom!). Zur Zeit sind es die Tiny Tales, die ich herbeisehne wie in meinen Teenagerjahren die neuen Folgen gewisser Seifenopern.

Nachdem ich euch diesen Link gegeben habe werde ich den Teufel tun und mein eigenes Geschreibsel dem direkten Vergleich aussetzen. Aber ich fange schon einmal an meine eigenen short shorts zu sammeln und vielleicht, wer weiss, kriegt ihr sie ja einmal zu sehen.

…ich bin übrigens auch jederzeit offen für eure Versionen der 160-Zeichen-Geschichte!

Home

•Januar 17, 2010 • Hinterlasse einen Kommentar

Die Schönheit vorbeiziehender Landschaften, Lichter, Häuser, gerade untermalt von der richtigen Musik, verschlägt mir manchmal den Atem. Auch nach der zehnten Reise nach Osaka noch. Die Geschwindigkeit ist im Shinkansen kaum spürbar, oft vergesse ich gar, dass ich nicht in einem Flugzeug sitze. Sanft wackelnd bewegt sich der Zug vorwärts, westwärts durch Japan.

Die Routine (wie bereits am Freitag beschrieben) mit welcher ich mittlerweile meinen Laptop aufstelle, mein aktuelles Lieblingsreiselied ‚Milano’ einlege und mich dann aus dem Fenster blickend treiben lasse ist nicht einmal mehr erschreckend. Ich kenne diese Landschaften, Lichter und Häuser. Ich kenne diese Zugfahrt. Hier bin ich zu Hause.
Nun, zur Zeit zumindest.

Ich habe diese Geschichten so oft gehört vor meiner Abreise; wie andere vor mir her kamen, aber nicht mehr abreisen wollten. Ich stellte mir vor, sie hätten sich in Land und Leute, in Essens- und Geschäftskultur verliebt, in die seltsamen Sitten und Gebräuche – und schüttelte jedes Mal den Kopf. Das passiert mir nicht! Man verliebt sich aber auch nicht in solch spezifische Oberflächlichkeiten. Ich habe mich in die Lebensweise verliebt. In mein Leben in Japan.

In dieses winzig kleine Apartment. In die Herzlichkeit, die mir entgegengebracht wurde. Die geheime Verschwörung unter Ausländern um der geheimen Verschwörung gegen Ausländer entgegenzuwirken. Die Wochenenden. Ach, und noch viel schlimmer, die Abende an Wochentagen, nach welchen man sich am nächsten Morgen im Büro gegenseitig wissend entgegenblinzelt. Die Fahrten im Shinkansen. In die Tatsache, dass ich morgens um drei angstfrei nach Hause laufen kann. Und auf dem Heimweg im Konbini – sollte mir denn danach sein – noch Shampoo kaufen könnte, oder Saft oder Zigaretten. Und vor allem in die Art, wie mich Japan verändert hat.

Die Lisa von heute hat – gottseidank muss ich sagen! – mit der Lisa von vor drei Jahren nichts mehr gemein! Aber was ich eigentlich sagen will ist folgendes:
Ihr Lieben Zuhausgebliebenen. Ich vermisse euch immernoch und freue mich darauf, euch bald der neuen Lisa vorzustellen. Seid aber vorgewarnt, dass ich davon sprechen werde, zurück kommen zu wollen!