Aufjoljagd: letzter Tag
Erst wollte ich nicht bis Mittags im Bett liegen. Doch dann wurde mir bewusst, dass ich mich zwischen einem langen Tag und einer langen Nacht würde entscheiden müssen und das war eine einfache Entscheidung.
Ich stieg also erst vor halb eins aus meinem Hotelbett, machte mich dann aber rassig auf den Weg zum Ueno Park, wo ich Aufnahmen eines ganz japanischen Spektakels machte.
Faszinierend sind nicht nur die Kirschblüten, sondern auch die Tatsache, dass es an einem ganz normalen Donnerstag Nachmittag so viele Leute hierher zieht. Die blauen Plastikplanen, auf welchen das Picknick unter den Kirschblüten ‘Hanami’ begangen wird, werden von einem Mitglied der jeweiligen Hanamigruppe meist schon seit dem Morgengrauen reserviert.
Glücklicherweise machte dies jemand anderes, am Abend traf ich nämlich noch einmal ein paar meiner Arbeitskollegen zum Hanami im Shiba Park.
Es war grossartig; unter den Kirschbäumen sitzend assen wir, tranken Sake und Bier, amüsierten uns über die leicht und schwer angetrunkenen Nachbarn auf allen Seiten und verabschiedeten uns dann mit nur ganz wenigen Tränen.
Ich setzte mich kurz vor halb zehn in ein Taxi nach Roppongi zur Train Bar, wo ich meine Freunde zur letzten Nacht treffen würde.
